Warum die Liebe kein „Ich liebe dich“ braucht

Veröffentlicht: 9. Dezember 2013 in Aus dem Leben
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LIEBE

Ich möchte vorab sagen, dass ich mir lange unsicher war, wie ich diesen Artikel zu schreiben beginne. Ich habe etwa eine Woche dafür gebraucht um rauszufinden, worüber ich überhaupt bezüglich des Themas schreiben will, aber dann kam mir die zündende Idee: Viele Menschen verbinden ein „Ich liebe dich“ in einer Partnerschaft als „den“ klassischen Liebesbeweis, doch die Frage ist ja viel mehr, ob diese Worte wirklich immer aus dem innersten Herzen kommen. Ich verstehe, dass diese drei Worte sicherlich den Unterschied zwischen einer Freundin und der Freundin bedeuten, aber ich betone es noch einmal, es muss aus der eigenen vollsten Überzeugung kommen! Ich möchte Euch aber in diesem Artikel näher bringen, dass eine Partnerschaft ohne „Ich liebe dich“ genau so, wenn nicht besser funktioniert als mit diesen wundervollen Worten. Ich kenne meine Freundin (Hallo Mone mein süßes Stück *wink*) heute seit etwas über einem Jahr und war mit meiner Ex-Freundin fast fünf Jahre zusammen. Ein paar von Euch werden jetzt über den Vergleich müde schmunzeln, aber ich liebe meine jetzige Freundin schon nach einem Jahr mehr, als ich meine Ex-Freundin hätte in 20 Jahren lieben können und damit übertreibe ich nicht. Es mag durchaus nicht fair klingen, wenn ich sage, dass ich meine Ex-Freundin in den fünf Jahren nie richtig geliebt habe, aber das hatte durchaus seine Gründe – mir ist ebenso bewusst, dass zwei dazu beitragen, aber diese Geschichte möchte ich an dieser Stelle nicht vertiefen. Ich möchte eigentlich zurück auf das Thema „Ich liebe dich“ kommen. Ich bin mir bewusst, dass ich in den fünf Jahren Beziehung mit großer Sicherheit öfter diese Worte verwendet habe, aber nur zum Teil aus der eigenen Überzeugung. Manchmal habe ich es getan, um dieses Pflichtgefühl, dass sich nach einer gewissen Zeit entwickelte, wie eine lästige Eintagsfliege, die im Sommer einem um die Nase fliegt, abzulegen. Diese Zeit hat mich geprägt, das gebe ich offen zu und auch ich habe mich über die Zeit verändert, bezogen auf den Umgang mit der Liebe zu einer Person. Ich hätte nie in einen meiner wenigen Träume daran denken können, dass ich irgendwann so offen und ehrlich mit dem Thema Liebe umgehen könnte, aber jetzt kann ich es, weil ich MEINE richtige Partnerin gefunden habe. Unsere Beziehung lässt sich ungefähr so beschreiben: Wir sind die allerbesten Kumpels, wenn es um alltägliches geht. Zusammen einkaufen, in eine Bar gehen, Spiele spielen, schwimmen gehen – also alles, was man in irgendeiner Form auch mit dem besten Kumpel jederzeit machen würde. Ich kenne viele Leute in meinem Umkreis, die würden für solche und ähnliche Dinge gerne ihre Freundin ausklammern und lieber „unter Freunden“ sein, aber liebe Freunde lasst euch sagen: Dann habt ihr einfach noch nicht die Richtige erwischt, ihr müsst ‚weitersuchen‘ (wie ich dieses Wort in diesem Kontext hasse…). Jetzt kommt aber eben noch die andere, die essentiell entscheidende Seite an unserer Beziehung: Die Ebene der Liebe und die vereint das gesamte Konstrukt zu einem geschlossenen System. Manche meiner weiblichen Freunde aus dem Freundeskreis würden mir wahrscheinlich jetzt zu gerne den Kopf abreißen, wenn sie die Ausdrücke „bester Kumpel“ und „meine Freundin“ in einem Atemzug lesen, aber nur die Ruhe, ich erkläre euch das auch sehr gerne in einem Vier-Augen-Gespräch – das würde sonst hier den moralischen Rahmen sprengen und das möchte ich keinem meiner Leser antun 🙂

Nun nochmal zurück zur Frage, die sich jetzt einigen stellen wird: ,,Lieber Autor, sagst du denn niemals „Ich liebe dich“ gegenüber deiner Freundin!??“. Ich wäre an dieser Stelle an Romantik-Killer, wenn ich mit Ja antworten würde und das werde ich auch nicht tun, aber so viel sei gesagt, mir fällt es wesentlich leichter ohne diese Worte in der Beziehung auszukommen, weil das Grundgerüst, das gegenseitige Verständnis, das Vertrauen, die Zärtlichkeit, der Humor und und und so gut, nein, nahezu perfekt aufeinander abgestimmt ist, dass wir uns leisten können „Ich liebe dich“ als netten Bonus drauf zu legen. Klingt seltsam? Funktioniert aber tadellos! Nur damit kein falsches Bild entsteht, ich liebe meine Freundin über alles und das weiß sie auch. Beide haben ein gutes Selbstwertgefühl, sodass man den Partner nicht jede zweite Woche daran erinnern muss und das ist auch gut so. Liebe zeigt sich im Miteinander auf so viele unterschiedliche Wege: Es kann ein flüchtiger Blick beim Laufen durch das Einkaufszentrum sein, ein unerwarteter Kuss auf die Lippen, das Streicheln der Haare oder des Rückens nach dem Aufstehen. Ich zum Beispiel bin zum Teil eher der verrückte Expressionist, wenn es um Liebe geht. Ich hebe meine Freundin hoch, gebe ihr morgens mindestens 100 Küsse schnell hintereinander an die Backe oder den Hals, nenne sie Mon statt Simone oder Mone (Mon ist durch mich geschützt, vergesst es also ganz schnell sie so zu nennen *g*), gebe ihr gelegentlich einen Klaps auf den Po, wenn wir durch die Straßen schlendern, usw.. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass jeder seine Einstellung zur Liebe auf eine ganz persönliche Art definiert. Ich habe über die Zeit gelernt, dass es besser ist sich keine Gedanken darüber zu machen wie man seine Freundin „am besten“ behandelt, denn sobald diese Frage schon einem im Kopf schwirrt, finde ich es alarmierend. Lebt Eure Liebe einfach ehrlich, ehrlich zu euch selbst und ehrlich gegenüber eurem Partner / eurer Partnerin. Gebt euren Gegenüber das Gefühl, die eine Person zu sein, auf die ihr schon immer gewartet habt. Bleibt authentisch, spielt es nicht. Ich bekomme im Freundeskreis teils den Vorwurf irgendwie nie schlecht drauf zu sein. Meine gute Laune sei doch gut einstudiert und hinge wie eine Fassade, wenn ich die Bühne (Freundeskreis) betrete, aber ich versichere es Euch allen hoch und heilig, Schwarz auf Weiß an dieser Stelle: Das bin ich! Es ist schon was Wahres dran, wenn ich behaupte, dass ich vielleicht zwei Mal im Jahr einen schlechten Tag habe (ausgenommen Krankheiten, da bekomme ich wieder einen Hals, wenn ich daran denke). Wahr ist aber auch, dass Liebe einen großen Teil zum Gemütszustand beiträgt, das werden mir alle verliebten bestätigen können. Egal wie erfolgreich ihr im Job oder sonst wo seid, wenn die Liebe zu einer Person oder auch die Liebe euch selbst gegenüber fehlt, fehlt eine Karte im Kartenhaus.

Wenn ich mir heute die Frage stellen würde, ob man auch ohne Liebe im Leben in totaler Vollkommenheit leben könnte, würde ich sie mit eiskalter Überzeugung mit „Nein“ beantworten. Warum auf etwas verzichten, dass so wunderschön ist? Ein Denkanstoß für Euch und in diesem Sinne einen schönen Montagabend 🙂

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Kommentare
  1. alexAy sagt:

    Einfach nur … alter! 🙂

  2. eisblume sagt:

    Wie ich sehe bist du immer noch nicht single :((( schade! Ne Spaß beiseite, die glückliche Frau wäre der passendere Ausdruck. Schönen Abend noch.

  3. MarcusM21 sagt:

    Wenn ich eine Frau wäre, würde ich dich jetzt küssen ^^

  4. skyeye88 sagt:

    Ich verfolge deinen Blog ja schon etwas länger und muss sagen, dass mir die Artikel immer mehr gefallen. Du solltest auf jeden Fall weiter in dieser Thematik verfassen, steht dir sehr gut und fast hätte ich es vergessen: Ein toller Artikel, mal wieder hat er es getan *fg*

  5. martinchen90 sagt:

    Stimme dir in fast allen Punkten zu. Auf das liebe dich kann man schon verzichten, wenn alles drumherum stimmt. Es ist aber trotzdem sehr schön es als Frau zu hören 🙂
    Du schreibst echt ganz schöne Artikel, bei dem Artikel über euer einjähriges hatte ich Tränen in den Augen. Wärst du mein Freund, hättest mich damit voll erwischt, hihi. lg martina

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