High Tension – Kritik: Der etwas andere Horrorfilm

Veröffentlicht: 6. Januar 2014 in Filme & Serien
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haute tension

Die Horrorfilmkenner werden sich bestimmt an den Klassiker Blutgericht in Texas von 1974 (besser bekannt als Texas Chainsaw Massacre) erinnern und im ersten Schritt würde sich die Kritik zu High Tension fast eins zu eins schreiben, wäre da nicht dieser Tiefgang, aber dazu gleich mehr im unteren Abschnitt.

High Tension und Alexandre Aja sind zwei Begriffe, die einen Stein ins Rollen gebracht haben. Wenn man High Tension auf wenige Merkmale runterbrechen möchte, dann ist es eine drastische und schonungslose Kompromisslosigkeit, mit der Ausnahme auf extreme Gewaltinhalte zu verzichten. Aja behält über den gesamten Film den Charakter der Grausamkeit und die visuelle Klasse, die in jedem Fall, wie es aus Frankreichs Filmbereichen genreunspezifisch bekannt ist, über jeden Zweifel erhaben ist. Er verknüpft den Zuschauer in das sehr unangenehme Geschehen im Film und reißt ihn mit in die Hölle.

Der wahre Coup versteckt sich jedoch erst gegen Ende und ohne groß zu spoilern: Regisseur Aja tritt nicht nur seinem Publikum in das blutverschmierte Antlitz, er wirft die gesamte Logik in die – ohne tiefen Sinn – Bedeutungslosigkeit. Viele Zuschauer werden sich an diesem Punkt fassen und Aja für einen Dilettanten halten und sich stundenlang über diese oberflächliche Unüberlegtheit entrüsten. Aber hier tappen wir dann genau in die Falle, die uns Aja mit einem hämischen Grinsen aufgestellt hat. Hier sollte man versuchen den Film auf links zu drehen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen, dann hat Aja mit seinem gravierenden Plottwist nicht nur einfach jede Menge Mut bewiesen. Er hat dazu auch noch eindringlich an die fiktionale Kraft des Kinos appelliert und unbekümmert in Kauf genommen, dass man dieses gewagte Ebene mit dem Verlust jeder Seriosität vermischt. Hut ab für dieses etwas andere Horrormeisterwerk!

Warnung! Der Film kommt zwar mit wenigen Schockerszenen aus, es fließt aber teils sehr viel Blut. Ich spreche an dieser Stelle eine Warnung aus und betitele diese Film als keine leichte Kost.

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