[Review] Limbo

Veröffentlicht: 7. Januar 2014 in Games
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limbo

Düster. Brutal. Skurril. Witzig – Limbo!

Heute schon gestorben?

Zwei Kulleraugen erleuchten in der dunklen Nacht in Mitten eines düsteren Waldes. Ein scheinbar kleiner Junge erwacht aus seinem Schlaf. Hat er geträumt? Wurde er bewusstlos geschlagen? Lebt er im Wald? Fragen über Fragen, aber ohne große Hintergrundstory werden wir als Spieler mit dem kleinen Jungen allein gelassen.

Spielprinzip

Limbo ist ein Puzzle-Jump’n’Run Spiel der dänischen Playdead Studios und spielt sich ähnlich wie z.B. Braid oder die Trine-Reihe – jedoch mit kleinen Unterschieden, wie sich später noch zeigen wird. Die Geschichte in Limbo handelt um einen kleinen Jungen, der im Limbo – einer Welt zwischen Leben und Tod – erwacht und sich auf die Suche nach seiner Schwester macht. Das Spiel gibt euch jedoch keinerlei Informationen. Ihr erfahrt dort lediglich, was ihr auf dem Bildschirm seht. Wir machen uns auf den Weg durch eine düstere, monochrome Umgebung, weichen Gefahren aus, fliehen vor grotesk großen Insekten. Bei Limbo macht der Spieler selbst sich einen Reim auf die seltsamsten Ereignisse dieser Welt.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Trine ist, dass es bei Limbo keine Kampf- oder RPG-Elemente gibt. Wir rennen salopp gesagt mit unserem Charakter durch die Welt und meistern Puzzles, in dem wir springen oder Objekte verschieben. Doch genug der künstlerischen Ausmalung des Spielprinzips, denn es handelt sich auch bei Limbo um ein Videospiel und so widmen wir uns der wichtigsten Frage: Macht Limbo nun Spaß und lohnt sich die Investition?

Was hat mir an Limbo besonders gut gefallen?

Ich muss an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ich das Spiel innerhalb von etwa 3-4 Stunden an einem Stück durchgespielt habe und ich wurde gut bis sehr gut unterhalten. Wenn ich das ganze faszinierende Drumherum wegnehme, bleibt am Ende ein enorm durchdachtes und forderndes Jump’n’Run mit viel Arbeit für die grauen Zellen. Es überzeugt durch die Steuerung und den linear ansteigenden Schwierigkeitsgrad der Rätsel. Der dänische Entwickler schafft es meisterhaft, den durchaus schwierigen Spagat zwischen Lust und Frust beherrschen. Ihr werdet oft mit Rätseln konfrontiert, die euch scheinbar ins Auge fallen und werdet sie im ersten Anlauf meistern. Im Gegenzug bringt Euch Limbo immer wieder gnadenlos auf den Boden der Tatsachen zurück und zwingt den Spieler unvorhersehbar auf die Knie – genau diese Momente beschreibe ich im Folgenden als den richtig Mix zwischen Lust und Frust. Ich habe mich bei meinen Ableben oft mit einem Schmunzeln oder einem „Was zur Hölle…“-Gesicht erwischt. Und ja, das ist sehr oft vorgekommen. Die Todessequenzen sind überraschend grafisch gestaltet und ziemlich grausam. Feinfühlige Personen sind froh, dass das Gesamtgemälde des Spiels in einem schlichten Schwarz-Weiß gehalten ist. Dank absolut fair gesetzter Rücksetzpunkte wiegen Neugier und Motivation auf das, was da noch kommt, stets schwerer als der kurzzeitige Frust auf den Tod. Ich hatte das „Gesamtgemälde“ des Spiels angesprochen und bezog mich dabei auf die Grafik. Ich würde Limbo grafisch eine Stufe unter Trine 2 setzen, da die vielen kleinen Details dort besser gelöst sind, aber im Gesamtbild fühlt sich Limbo einfach „richtig“ an und hindert keinesfalls den Spielspaß.

Was hat mir bei Limbo weniger gefallen?

Spontan fallen mir drei Dinge ein, auf die ich näher eingehen werde: Geringer Spielumfang. Trial- and Errorlastig. Spielende und Atmosphäre. Wer bei Limbo ein Spiel erwartet, mit dem er über mehrere Tage und Nächte Spaß hat, wird nach den effektiv 3-4 Stunden Spielzeit sicherlich mehr als enttäuscht sein. Wer einen kleinen Lückenfüller zwischen Skyrim und Anno sucht und kurzweilig seine Gehirnzellen trainieren will, ist mit Limbo mehr als genug bedient. Der zweite Punkt behandelt diverse Rätsel, die ausschließlich über Trial and Error gelöst werden konnten. Es kam über die 40 Level gesehen zwar nicht so häufig vor, aber aufgefallen ist es mir trotzdem und aus diesem Grund wird es hier als Kritikpunkt wenigstens erwähnt. Der letzte Punkt mag für manche jammern auf hohem Niveau sein, sollte aber nicht unter den Teppich gekehrt werden. Die Geschichte und die Fragen um den kleinen Jungen werden während und am Ende des Spiels nur zum Teil aufgelöst, aber das ist wahrscheinlich auch gut so. Denn so erschafft und bewahrt der Auftritt des namenlosen Jungen mit seinen lebhaft leuchtenden Augen viel von seiner geheimnisvollen Faszination, die nur durch das gegen Ende etwas stereotypische Leveldesign gestört wird.

Fazit

Das erste Werk der Dänen von Playdead überzeugt mich nicht nur mit dem wundervollen Retro-Jump’n’Run Spielgefühl, das von knackigen und durchdachten Rätseln an Another World erinnert, sondern vor allem mit dem begeisternden Artwork. Das monochrome Hüpfadventure mit seinen eigenartigen Figuren erschafft minimalistisch eine melancholisch-zeitlose Welt. Das Spiel ist regulär für 9,99€ im Steam-Store zu erwerben, was ich für den Spielumfang als etwas zu hoch erachte. Ihr solltet also die Augen nach dem begehrten Steam-Deals offen halten. Ich habe das Spiel für 2,49€ gekauft und habe mich bestens unterhalten gefühlt.

Schaurig, düster und lustig zugleich. Das Rezept der Dänen mit ihrem Experiment „Limbo“ hat eingeschlagen verdient volle Anerkennung – unbedingt ausprobieren!

 Wertung 79 / 100 Punkten

 

PRO & CONTRA

  • schönes, stimmiges Artwork
  • unterhaltsame und knifflige Rätsel
  • Kollosionsabfrage außerordentlich gut
  • Steuerung hervorragend (Gamepad)
  • Ausgewogenheit zwischen Lust und Frust
  • geringer Spielumfang
  • teilweise Trial and Error lastig
  • gegen Ende stereotypisches Leveldesign

 

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