Musik: Lossless vs. MP3 320 kbit/s

Veröffentlicht: 9. Januar 2014 in Aus dem Leben
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mp3vsflac

Ich habe mich neulich mal mit dem Thema Lossless-Musik beschäftigt. Dabei hat sich mir natürlich die Frage gestellt, ob sich der Mehraufwand an Speicherkapazität durch eine hervorragende Musikqualität rechtfertigt. Ich gebe zu, dass das menschliche Gehör sehr empfindlich ist und jeder Mensch Geräusche anders wahrnimmt, aber ich werde an einem ganz konkreten Beispiel versuchen den Unterschied zu kristallisieren. Als Beispieldatei habe ich mich für den Song von Xavier Naidoo Wo willst du hin? entschieden, da hier Tempowechsel, schöne Höhen, viele Instrumenteinlagen und Beat-stops drin sind. Die Auswertung für das Lied könnt ihr oben auf dem Bild sehen. Auf der oberen Hälfte haben wir die Lossless-Variante als FLAC (Wikipedia) und unten die Variante als MP3 mit 320 kbit/s. Die Datei ohne Verluste hat eine Größe von 26MB, die MP3 eine Größe von 6MB. Im ersten Moment könnte man meinen, dass es vollkommen identische Kurven sind, aber man muss wahrlich zwischen den Zeilen lesen, um die Unterschiede zu erkennen.  Wir machen jetzt zusammen ein kleines Spielchen, dass jeder kennt: Finde die xy Fehler im zweiten Bild 🙂

Im ersten Schritt kann ja jeder von euch mal das Lied zum Beispiel auf Youtube anhören, um der Kurve wenigstens ein bisschen zu folgen – im Detail muss man sie nicht verstehen, aber hier ein paar Erläuterungen. Am Anfang sieht man recht deutlich das Intro, wo es ruhig mit Streichern und bisschen Akustik losgeht. Die hellen Punkte sind die tiefen Töne (Bässe, etc.). Je höher die Frequenz ist, wird auch die Farbe deutlich dunkler. Wenn wir im ersten Viertel nach den Unterschieden suchen, sollte uns die unregelmäßige Fläche unten bei der MP3 auffallen. Hier hat die Komprimierung Höhen (also irgendwo Details) gekappt. Deutlicher wird es, wenn wir uns ein wenig weiterbewegen. Bei der MP3 fehlen immer mal Spalten, die bei der Lossless-Variante vorhanden sind. Sehr deutlich werden die Unterschiede bei dem restlichen Verlauf des Liedes. Bei der MP3-Variante kann man kurz vor der Mitte des Liedes eine horizontale Linie bei den Höhen feststellen. Das ist aber sehr typisch für das MP3-Format, denn ruhige und langsame Songs können meistens sehr gut komprimiert werden, so dass der Unterschied nur sehr gering ausfällt. Wenn wir beispielsweise sehr komplexe Songs nehmen wie teils Jazz (an dieser Stelle eine Empfehlung, die man gesehen haben sollte, episch wirds ab dem Marker), wo viele Instrumente, viele Details wichtig werden. Hier können schon kleinste Details entscheiden sein, die bei einer MP3-Komprimierung teilweise wegfallen. Nun aber zurück zu unserem Beispiel mit Xavier Naidoo und wo hier die Unterschiede ins Gewicht fallen. Am Anfang kommt nach dem Intro die Stimme mit „Wo willst du hin?“ und ab da merkt man im Vergleich zur MP3, dass die Lossless-Variante viel gelöster klingt. Es klingt so, als ob der Künstler genau vor einem stehen würde. Bei der MP3 hat man das Gefühl, dass eine dünne Leinwand den Schall behindert, im Klartext, die Stimme klingt dumpfer und die Details nach oben fehlen. Auch bei den Instrumenten werden Unterschiede hörbar. Vor allem die Streicher und die Akustikgitarre profitieren sehr stark von der verlustfreien Komprimierung – bei der Bassline ist der Unterschied nur bei sehr geschulten Ohren festzustellen.

An dieser Stelle muss ich aber auch zum Abhörmedium was schreiben. Diese Unterschiede wird man sicherlich nicht mit gewöhnlichen Kopfhörern unter, sagen wir, 150€ hören. Auch ist es entscheidend welches Soundinterface (Soundkarte, etc.) als Ausgangsmedium dient. Welchen Musikplayer man zum Beispiel auf dem Rechner verwendet, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass alle Erweiterungen (Extra Bass, Equalizer, Loudness, etc.) deaktiviert sind. Wir wollen ja die Musik so hören, wie sie produziert wurde.

Am Ende kommt es natürlich auch immer auf die Person drauf an, die die Musik hört und welche Präferenzen man hat und wo man Musik hört. Natürlich kann ich beim Sport oder draußen bei einer Stadtbesichtigung keine Klangbrillianz erwarten. Ich benutze beispielsweise einen 10€ MP3-Player von Pearl mit In-Ear Kopfhörern von Creative, wenn ich mich einfach nur von der Außenwelt abschotten möchte (Bus, Bahn, usw.). Zu Hause möchte ich aber persönlich keine Einbußen machen, was die Musikqualität betrifft. Jedem das Seine, so ist das überall 🙂

Ich hoffe, ich konnte auch den Nicht-Kennern der Audiowelt den Unterschied bisschen deutlicher machen. Ansonsten müsst ihr bei mir vorbeikommen und das Beispiel probehören 😉

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