[Review] Outlast

Veröffentlicht: 24. Januar 2014 in Games
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outlast cover

Outlast – Gut, aber nicht gut abgeschmeckt

Zusammenfassung

Bei Outlast handelt es sich um ein Survival-Horror Spiel aus der 1st Person Sicht. Das Spiel wurde am 4. September 2013 von Redbarrelgames veröffentlicht. Wir steuern dabei unseren Hauptcharakter, Miles Upshur, vom Beruf Reporter und er soll, wie es sich für den investigativen Journalismus, aufklären, warum die Nervenheilanstalt Mount Massive im Bundesstaat Colorado im 19. Jahrhundert geschlossen und kurz darauf von der Murkoff Corporation wiedereröffnet wurde. Ähnlich wie bei Amnesia haben wir auch bei Outlast keine Waffen, sondern laufen lediglich mit einem Camcorder durch das Spiel. Für die zusätzliche Herausforderung dient der Nachtmodus der Kamera, die Batterien benötigt und die im Spiel gefunden werden müssen. Solange die Kamera läuft und unser Charakter etwas Interessantes entdeckt, werden Notizen eingetragen, die wir lesen können. Außerdem sind noch weitere Dokumente durch das gesamte Spiel verteilt, die die Story rund um Mount Massive entschlüsseln sollen. Somit wäre das Spiel schon grob erklärt, ohne Spoiler.

Was hat mir besonders gut an Outlast gefallen?

Man kann behaupten was man will, aber die Unreal Engine 3 sieht bei Outlast wieder außerordentlich gut aus und genau dieser Unterschied ist mir im Gegensatz zu Amnesia aufgefallen. Natürlich bewegen wir uns hauptsächlich durch dunkle Passagen, bei der die Grafik nicht wirklich glänzen kann, aber trotz allem finde ich, dass die Optik viel zur Atmosphäre von Outlast beiträgt. Der zweite Punkt, den ich positiv anmerken möchte ist, dass mir keine Bugs oder Glitches aufgefallen sind. Das Spiel lief durchgehend flüssig und ich hatte keinen einzigen Hänger. Wie es sich für ein gutes Horror Survival gehört, wurden auch die musikalische Untermalung und die allgemeinen Soundeffekte sehr löblich gestaltet. Nie weiß man, ob der kalte Schweiß, der einem langsam den Nacken runterläuft berechtigt ist oder man doch nur eine kleine Pussy ist, die Angst vor dem bösen Monster im Kleiderschrank hat. Gut gemacht Redbarrelgames, denn gerade dieser Psycho-Horror macht auch Outlast letzlich zu einem sehr guten Horror-Survival und verzichtet weitgehend auf sich ständig wiederholende Schocker-Momente. Kurz und knapp: Die Bedrohung ist ein ständiger Begleiter, versteckt durch die teils freundliche Fassage im Spiel und das gibt dem Spieler den besonderen Kick, wenn er durch die engen Flure oder Lüftungsschächte kriecht. Der letzte Pluspunkt geht klar an die Steuerung. Ganz intuitiv und ohne Aussetzer hat die Steuerung durch das gesamte Spiel einen glänzenden Eindruck hinterlassen – gut, es gibt ja auch nicht wirklich viel zu steuern, aber was solls, auch die einfachen Dinge muss man erst mal gut lösen!

Was hat mir weniger an Outlast gefallen?

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Viele werden nun unten auf die Wertung schielen und mich fragen, warum ich Outlast mit einer „7“ davor abgestraft habe, aber ich möchte an dieser Stelle intervenieren. Abgestraft habe ich Outlast nicht, sondern mal versucht ganz objektiv zu betrachten. Wenn ich es ganz platt ausdrücken würde, müsste ich schreiben, dass wir im Spiel durch unterschiedlich Räume laufen, hier und da zwei Schalter drücken oder ein paar Items zusammensuchen und uns dabei erschrecken lassen. Natürlich lassen wir das nicht so stehen, denn man weiß, dass es sich primär um ein Horror-Survival handelt. Ich hätte mir aber schon ein bisschen mehr Abwechslung bei den Aufgaben gewünscht und mit einem unauffälligen Zwinkern Richtung Amnesia behaupte ich, dass es dort mit den Rätseln ein Quäntchen besser präsentiert wurde. Bei Outlast hatte man relativ schnell das Gefühl, dass das Spiel sich durch die teils wiederholenden Aufgaben gezwungenermaßen in die Länge ziehen möchte. Ein weiterer Kritikpunkt ist in meinen Augen das lästige Trial & Error Prinzip, was bei Outlast besonders stark ausgeprägt ist. Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, sondern nur ein Beispiel nennen. Ihr begegnet während dem Spiel einem Monster und packt eure Füße und rennt wie Usain Bolt davon. Ihr müsst natürlich in Bewegung bleiben, aber auch gleichzeitig einen Ausweg aus dieser prekären Situation finden und oft habe ich mich in einer Situation vorgefunden, bei der ich zum Beispiel den Zugang zu einem Lüftungsschacht einfach nicht gesehen habe und mindestens fünf bis sechs Mal krepiert bin. Durch das ganze Spiel hat sich dieses Trial & Error Prinzip wie ein roter Faden durchgezogen und ging mir, auf gut Deutsch, ein bisschen auf den Senkel.

Fazit

Lässt es sich mit Outlast nun ordentlich gruseln oder nicht, das ist hier die Frage. Von mir ein klares „Ja“. Outlast vereint die tolle Optik der Unreal Engine mit der unglaublich guten Atmosphäre im Spiel. Der Spieler läuft durch die Anstalt und bekommt das Gefühl vermittelt, wirklich mittendrin zu sein, denn Outlast bringt die Aufmachung durchgehend sehr glaubwürdig rüber und brilliert vor allem durch die immer begleitende Angst im Rücken.

Wer die beiden Teile von Amnesia gespielt hat und aktuell zum 214. vom Slenderman wegrennt, um die Seiten zu finden, bekommt mit Outlast eine hervorragende Abwechslung und eine echte Grusel-Portion!

Wertung: 79 /100 Punkten

PRO & CONTRA

  • Optik
  • Atmosphäre
  • Steuerung
  • Horror-Faktor
  • glaubhafte Inszenierung
  • eintönige Aufgaben
  • Trial & Error Prinzip

 

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