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Hallo liebe Leute,

ab heute geht der Twitch Kanal von mir offiziell online! Ich habe mich lange mit der Materie beschäftigt und glaube, dass es nun an der Zeit ist die Leute auf den Stream zu lassen. Lasst euch einfach mal überraschen und besucht meinen Kanal. Mit einem Klick auf das untere Bild beginnt das Abenteuer 🙂

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Klassiker und Prachtstück zugleich

Vorwort

Ob sich Ken Levine am 11. August 1999 bereits bewusst war, was für eine Welle System Shock 2 nach rund 15 Jahren noch schlagen würde? Ich mag es bezweifeln, aber auf jeden Fall hatte er zumindest die Zutaten für ein Spiel, das heute noch viele Fans begeistert. Ein einsamer Soldat in einem Raumschiff, offenes Leveldesign, seltsame Wesen und eine größenwahnsinnige KI in der Hauptrolle versprechen interessante Stunden. Warum System Shock 2 die heutigen AAA-Titel lediglich als „Gruß aus der Küche“ (Amuse-Gueule) vorführt, erkläre ich euch im Folgenden.

Story und Hintergrund

Die Geschichte lässt sich bereits auf ein DIN A6 Blatt zusammenfassen: Wir befinden uns im Jahr 2114, also 42 Jahren nach den Ereignissen des Vorgängers auf einem Raumschiff namens Von Braun. Fünf Monate nach Abreise des Schiffs vom Planeten Erde steht die Mannschaft vor einem Bürgerkrieg zwischen den Soldaten der UNN Rickenbacker und der Besatzung der Von Braun, einem Raumkreuzer, der dem Hauptschiff anliegt. Kurz vor der Eskalation empfangen die Schiffe ein Signal von der Oberfläche des Planeten Tau Ceti 5. Eine Erkundungsmission endet jedoch damit, dass die Truppe von wurmartigen Wesen (Anneliden) psychisch vereinnahmt wird. Der Spieler wacht später als Soldat der UNN aus einem kryogenen Schlaf auf und ist mit kybernetischen Implantaten ausgerüstet. Die fremdartigen Wesen, die sich im Spiel kurz „Die Masse“ nennen, haben die Vorherrschaft des Schiffes an sich gerissen und die Besatzung assimiliert.

Mit diesem Informations-Overkill wirft System Shock 2 den Spieler in eine, ihm noch völlig fremde, Umgebung und sorgt für stetigen, ja leicht unangenehmen Druck. Über eine Funkmeldung sollen wir zudem noch zur Hilfe einer Wissenschaftlerin herbei eilen, aber natürlich lässt sich die Madame nicht so ohne weiteres besuchen. Davor müssen viele Hindernisse und unerwartete Wendungen und Aha-Momente überwunden werden. Viele Elemente im Spiel, wie auch das Bild der hilfebedürftigen Frau, lösen sich später jedoch in Schall und Rauch auf. Das Spiel benutzt den Spieler als Marionette und kehrt den Spieß um. Das Spiel spielt mit Euch. Ständig ist man alleine auf dem Nebenschauplatz neben der Gesellschaft, in dem sich gegenwärtige Ideen und Strömungen zu Extremen entwickelt haben. System Shock 2 bleibt auch nach knapp 15 Jahren vielschichtig individuell, zumal die Themen im Spiel auch heute nicht an Aktualität eingebüßt haben. Die Story wird bis zum mitreißenden Finale praktisch ohne animierte Zwischensequenzen auf Händen getragen und furios erzählt. Die wichtigen Informationen bekommt der Spieler dabei als vertonte Funkmeldungen in einem PDA angezeigt, die nebenbei erwähnt mit ausgezeichneten deutschen Synchronsprechern einen Mammutanteil an der Atmosphäre einnehmen.

Gameplay und Technik

Das Gameplay ist eine Mischung aus einem First-Person-Shooter und einigen spannenden RPG-Elementen. Wir können zwar am Anfang unserem Charakter eine von drei möglichen Ausrichtungen, ich verzichte bewusst auf „Klasse“, mitgeben (Marines, Navy und OSA Agent), das Spiel bietet aber während dem Verlauf genug Möglichkeiten, den Protagonisten an verschiedenen Upgrade-Stationen dem eigenen Spielstil zu verpassen. So verteilen wir in vier unterschiedlichen Bereichen unsere gesammelten Cyber-Module: Hauptattribute, PSI-Fähigkeiten, Waffen- und Kampffähigkeiten und den Tech-Skills. Nützlich sind diese Upgrades durchaus, weil die Level regelmäßig neu bevölkert werden, selbst wenn der Spieler sie nicht verlässt. Die Gegner agieren dabei stets aggressiv und überaus zielsicher, lediglich um Ecken kann nicht jeder Typ navigieren. Dennoch wird aus diesem Grund ein Gefühl latenter Bedrohung sichergestellt, gerade weil Munition für die schnell verschleißenden Schusswaffen knapp ist und an seltenen Verkaufsautomaten hohe Summen kostet – sofern dort denn das richtige Kaliber oder der richtige Munitionstyp verfügbar ist. So zwingt das Spiel durch das zwingend aufkommende schwäbische Sparverhalten früher oder später unseren Charakter in den risikoreichen Nahkampf.

Eine Besonderheit muss aber bei System Shock 2 ganz deutlich erwähnt werden. In heutigen Spielen verdummen die Spieler vor dem Bildschirm, da ihnen die meiste Denkarbeit durch aufblinkende Quest-Tracker oder Markierungen auf der Minimap hochgradig abgenommen wird – eine traurige Entwicklung, scheint aber dem Konsens des Spielertyps zu entsprechen. Bei System Shock 2 reicht es eben nicht mehr aus, wie bei World of Wacraft oder Konsorten den Questlog völlig zu ignorieren und blind Punkten zu folgen. Hier wird man relativ schnell den Faden verlieren und völlig orientierungslos durch die Karten laufen. In der aktuellen Spielesituation kann man diese Eigenschaft durchaus als „besonders“ hervorheben, weil damit auch die Story im Spiel viel besser an den Spieler transferiert wird. Ständig beschleicht einem das Gefühl, zu 100% in die Geschichte mit involviert zu sein. Der Spieler bekommt einen simplen Eintrag in den Log und muss anschließend die teils wirklich knackigen Aufgaben, die sich durch mehrere „Decks“ verteilen, völlig autark bewältigen. Auch die einfache Eingabe von Schlüsselcodes unterstützt die Immersion des Spielers und die Tiefe des Spielerlebnisses, weil manuell auf den Konsolen direkt im Spiel getippt wird. Immer wieder kommen zudem nette Ideen zum Vorschein: Die Suche nach einem dringend nötigen Elektronikmodul erfordert das Suchen eines Lagerraumes und anschließend die Identifizierung des gewünschten Bauteils aus den Beständen ähnlicher Komponenten – eben so, wie man es auch „in echt“ machen müsste.

Die Forschungskomponente im Spiel vertieft das gesamte Spielgefühl, denn das in Echtzeit ablaufende Untersuchen von Alien-Technologie und Überresten mit Hilfe von Chemikalien, die es logischerweise erst zu besorgen gilt, gibt stimmig Boni respektive neue Waffen und verrät Hintergrundinformationen. Besonders steil wird die Lernkurve trotz der zahlreichen Optionen und Features jedoch nicht, wenngleich eine Einarbeitungszeit erforderlich ist. Die meisten Features führt das Spiel in kleinem Rahmen einmal vor, zudem hilft das sehr übersichtliche, per Tastendruck aufrufbare Interface. In diesem Modus kann über die Maus komfortabel jeglicher Aspekt vom Inventar bis hin zum Forschen und des für die Waffe verwendeten Munitionstyps verwaltet werden, dessen ohnehin arg begrenzte Größe (natürlich) von den Charakterwerten abhängt – das Spiel wartet an jeder Ecke mit ausbalancierten, interessanten Entscheidungsmöglichkeiten auf.

System Shock 2 spielt sich am Anfang sehr ungewohnt und schleppend, entwickelt aber dank der bemerkenswerten Antagonisten nach dem ersten Drittel schnell einen unwiderstehlichen Charme. Negativ macht sich hier und da allerdings die auf DirectX 6 basierende Engine bemerkbar. Explosionen wirken eher statisch, komplexere Animationen hakelig und auch die Klonkleider der Opponenten stören zunächst. Das Alter des Unterbaus fällt jedoch nur während der Initialphase ins Gewicht und rückt nach der Entflammung der wahren Stärke im Spiel zunehmend in den Hintergrund: Horror spielt sich am besten in der eigenen Psyche ab, wozu es ein furioses Grafik-Feuerwerk nicht zwingend benötigt. Ohne Taschenlampe und Kompass einsame Gänge entlang zu schleichen, düsteren Geschehnissen und dem jüngst vergangenen Drama auf der Spur. Das hat immer noch eine Sogwirkung die Seinesgleichen sucht. Die durch abwechslungsreiche, nie aufgesetzt wirkende Aufgaben stets angenehm aufgelockerten Gefechte laufen trotz der RPG-Elemente schneller als von modernen Shootern gewohnt ab. Zwar gibt es ein rudimentäres Deckungssystem, welches das Neigen um Ecken erlaubt, ratsam ist es wie bei allen Shootern älterer Jahrgänge dennoch stets in Bewegung zu bleiben und sich auf Reflexe zu verlassen.

Fazit

Wie bereits sein Vorgänger ist auch System Shock 2 eine harte Belastungsprobe für die Nerven im Jahre 2014. Wenn man schon vor einem harmlosen Fliegenschwarm panisch den Rückwärtsgang einlegt, zeugt das von einer atemberaubenden Atmosphäre. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist dabei angenehm hoch. Der ständige Druck, keine ruhige Minute allein in einem Raum zu sein gepaart mit der Freiheit, nicht durch Schlauchlevels zu gehen und die erstklassigen RPG-Elemente lassen heute noch Genrevertreter kalten Schauder über den Rücken laufen, wenn der Begriff System Shock 2 fällt.

Für diejenigen, die Half Life schon immer unerreichbar fanden und auch in der heutigen Zeit, neben dem geistigen Dünnpfiff der AAA-Titel, die eine Fassade an Anspruch aufzulegen versuchen, einen anspruchsvollen und fordernden Titel suchen, ist System Shock 2 eines der besten Vertreter.

Wohlverdiente 95 Punkte für den Klassiker!

Im ersten Drittel sinkt die Motivation leicht, da die Einarbeitungsphase Zeit in Anspruch nimmt. In der Mitte haben wir die Badewannencharakteristik. Hier sind die Aufgaben teils über mehrere Decks im Raumschiff verteilt. Es besteht also Gefahr der Orientierungslosigkeit. Mein Tipp an dieser Stelle: Besorgt euch Stift und Papier und macht euch wichtige Notizen. Wie in der Schule und der Uni 🙂

Nach dem Tief haben wir jedoch unseren Charakter schon weiter entwickelt und sind eins mit dem Spiel. Die Kämpfe bleiben weiterhin spannend, wir wissen aber welche Skills wann und wie benutzt werden müssen, um die Oberhand zu gewinnen. Sobald das Ende greifbar nah scheint, gibt es bei der Motivation nochmal einen ordentlichen Schub, da wir unserem größten Widersacher immer dichter auf den Fersen sind.

Wertung: 95 /100 Punkten

PRO & CONTRA

  • stimmungsvolle Lichteffekte
  • Sound erzeugt nervenzerreißende Spannung
  • gut gestaltete Level
  • sinnvolle Gegneranzahl
  • knackige, teils schwere Rätsel mit Storyzusammenhang
  • sehr gutes Charakterentwicklungssystem
  • keine Questtracker
  • gute Einbindung des Spielers in die Story
  • Spieldauer ca. 25h
  • schlichte Grafik

[Review] Outlast

Veröffentlicht: 24. Januar 2014 in Games
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Outlast – Gut, aber nicht gut abgeschmeckt

Zusammenfassung

Bei Outlast handelt es sich um ein Survival-Horror Spiel aus der 1st Person Sicht. Das Spiel wurde am 4. September 2013 von Redbarrelgames veröffentlicht. Wir steuern dabei unseren Hauptcharakter, Miles Upshur, vom Beruf Reporter und er soll, wie es sich für den investigativen Journalismus, aufklären, warum die Nervenheilanstalt Mount Massive im Bundesstaat Colorado im 19. Jahrhundert geschlossen und kurz darauf von der Murkoff Corporation wiedereröffnet wurde. Ähnlich wie bei Amnesia haben wir auch bei Outlast keine Waffen, sondern laufen lediglich mit einem Camcorder durch das Spiel. Für die zusätzliche Herausforderung dient der Nachtmodus der Kamera, die Batterien benötigt und die im Spiel gefunden werden müssen. Solange die Kamera läuft und unser Charakter etwas Interessantes entdeckt, werden Notizen eingetragen, die wir lesen können. Außerdem sind noch weitere Dokumente durch das gesamte Spiel verteilt, die die Story rund um Mount Massive entschlüsseln sollen. Somit wäre das Spiel schon grob erklärt, ohne Spoiler.

Was hat mir besonders gut an Outlast gefallen?

Man kann behaupten was man will, aber die Unreal Engine 3 sieht bei Outlast wieder außerordentlich gut aus und genau dieser Unterschied ist mir im Gegensatz zu Amnesia aufgefallen. Natürlich bewegen wir uns hauptsächlich durch dunkle Passagen, bei der die Grafik nicht wirklich glänzen kann, aber trotz allem finde ich, dass die Optik viel zur Atmosphäre von Outlast beiträgt. Der zweite Punkt, den ich positiv anmerken möchte ist, dass mir keine Bugs oder Glitches aufgefallen sind. Das Spiel lief durchgehend flüssig und ich hatte keinen einzigen Hänger. Wie es sich für ein gutes Horror Survival gehört, wurden auch die musikalische Untermalung und die allgemeinen Soundeffekte sehr löblich gestaltet. Nie weiß man, ob der kalte Schweiß, der einem langsam den Nacken runterläuft berechtigt ist oder man doch nur eine kleine Pussy ist, die Angst vor dem bösen Monster im Kleiderschrank hat. Gut gemacht Redbarrelgames, denn gerade dieser Psycho-Horror macht auch Outlast letzlich zu einem sehr guten Horror-Survival und verzichtet weitgehend auf sich ständig wiederholende Schocker-Momente. Kurz und knapp: Die Bedrohung ist ein ständiger Begleiter, versteckt durch die teils freundliche Fassage im Spiel und das gibt dem Spieler den besonderen Kick, wenn er durch die engen Flure oder Lüftungsschächte kriecht. Der letzte Pluspunkt geht klar an die Steuerung. Ganz intuitiv und ohne Aussetzer hat die Steuerung durch das gesamte Spiel einen glänzenden Eindruck hinterlassen – gut, es gibt ja auch nicht wirklich viel zu steuern, aber was solls, auch die einfachen Dinge muss man erst mal gut lösen!

Was hat mir weniger an Outlast gefallen?

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Viele werden nun unten auf die Wertung schielen und mich fragen, warum ich Outlast mit einer „7“ davor abgestraft habe, aber ich möchte an dieser Stelle intervenieren. Abgestraft habe ich Outlast nicht, sondern mal versucht ganz objektiv zu betrachten. Wenn ich es ganz platt ausdrücken würde, müsste ich schreiben, dass wir im Spiel durch unterschiedlich Räume laufen, hier und da zwei Schalter drücken oder ein paar Items zusammensuchen und uns dabei erschrecken lassen. Natürlich lassen wir das nicht so stehen, denn man weiß, dass es sich primär um ein Horror-Survival handelt. Ich hätte mir aber schon ein bisschen mehr Abwechslung bei den Aufgaben gewünscht und mit einem unauffälligen Zwinkern Richtung Amnesia behaupte ich, dass es dort mit den Rätseln ein Quäntchen besser präsentiert wurde. Bei Outlast hatte man relativ schnell das Gefühl, dass das Spiel sich durch die teils wiederholenden Aufgaben gezwungenermaßen in die Länge ziehen möchte. Ein weiterer Kritikpunkt ist in meinen Augen das lästige Trial & Error Prinzip, was bei Outlast besonders stark ausgeprägt ist. Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, sondern nur ein Beispiel nennen. Ihr begegnet während dem Spiel einem Monster und packt eure Füße und rennt wie Usain Bolt davon. Ihr müsst natürlich in Bewegung bleiben, aber auch gleichzeitig einen Ausweg aus dieser prekären Situation finden und oft habe ich mich in einer Situation vorgefunden, bei der ich zum Beispiel den Zugang zu einem Lüftungsschacht einfach nicht gesehen habe und mindestens fünf bis sechs Mal krepiert bin. Durch das ganze Spiel hat sich dieses Trial & Error Prinzip wie ein roter Faden durchgezogen und ging mir, auf gut Deutsch, ein bisschen auf den Senkel.

Fazit

Lässt es sich mit Outlast nun ordentlich gruseln oder nicht, das ist hier die Frage. Von mir ein klares „Ja“. Outlast vereint die tolle Optik der Unreal Engine mit der unglaublich guten Atmosphäre im Spiel. Der Spieler läuft durch die Anstalt und bekommt das Gefühl vermittelt, wirklich mittendrin zu sein, denn Outlast bringt die Aufmachung durchgehend sehr glaubwürdig rüber und brilliert vor allem durch die immer begleitende Angst im Rücken.

Wer die beiden Teile von Amnesia gespielt hat und aktuell zum 214. vom Slenderman wegrennt, um die Seiten zu finden, bekommt mit Outlast eine hervorragende Abwechslung und eine echte Grusel-Portion!

Wertung: 79 /100 Punkten

PRO & CONTRA

  • Optik
  • Atmosphäre
  • Steuerung
  • Horror-Faktor
  • glaubhafte Inszenierung
  • eintönige Aufgaben
  • Trial & Error Prinzip

 

Let’s Play Outlast Episoden 5-8 zu finden natürlich auf Youtube:




TBS Cover

Es gibt wieder neue Let’s Plays, aber diesmal wagen wir uns zusammen an einen ganz aktuellen Titel. The Banner Saga. Dabei handelt es sich um ein Rundenstrategiespiel aus dem Hause Stoic. Die ersten vier Let’s Plays sind veröffentlicht und können bei Youtube betrachtet werden. Viel Vergnügen 🙂




state-of-decay

Zombie-Survival ausgelutscht? Denkste!
State of Decay: Sollte man schon gehört haben!

Ich gebe zu, dass ich State of Decay nach Release weniger beachtet habe. Irgendwann saß ich dann vor dem Rechner und habe zum zwölfhundertzweiten Mal eine News zu Left4Dead 2 gelesen (blabla, geschnittene deutsche Fassung für einen super Preis), als ich auf einen unscheinbaren Link zu State of Decay geklickt habe. Kurz ein Bild gemacht und dann war klar: Für einen Preis von knapp 15€ kann ich wohl wenig falsch machen!

Was hat mir an State of Decay besonders gefallen?

Am meisten hat mir bei State of Decay gefallen, dass das Spiel einen außerordentlich selbst erklärenden Einstieg bietet. Man wird ins Spiel reingeworfen und lernt alles im weiteren Verlauf – selbst ist der Mann! Der Spieler befindet sich irgendwo in einer Sandbox-Welt und darf (fast) ohne Einschränkungen jedes Gebäude und jeden Winkel der Karte erforschen, um nach Waffen oder anderen lebenswichtigen Mitteln zu suchen. Aber was wäre ein Zombiespiel ohne Zombies? Richtig, kein Zombiespiel und so erleben wir in der dynamischen Welt von State of Decay wiederkehrende (spawnende) Zombies, die uns das Leben zur Hölle machen wollen. Es gibt einen stimmungsvollen Tag -und Nachtwechsel im Spiel, wobei das beklemmende Gefühl, ständig in der Nacht in Gefahr zu sein, dem Spiel nochmal einen ganz besonderen Kick verleiht. Der Spieler kann in der gesamten Welt nach Überlebenden suchen und so die Gemeinschaft verstärken, eine Basis dient als Unterkunft und kann, je nach verfügbarem Platz, mit unterschiedlichen Gebäuden ausgebaut werden.

Was hat mir an State of Decay weniger gefallen?

Auf dem PC hätte ich von der aufgebohrten Cryengine 3 doch etwas mehr erwartet und das zeigt sich auch an der Performance. Das Spiel wird durchweg von matschigen Texturen begleitet und ist somit nichts für die Grafik-Fetischisten. Bei diesem Budget habe ich aber vorsichtshalber meine Erwartungen dezent zurückgeschraubt und finde das Gesamtbild trotz allem stimmig. Auch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass dieses Spiel überhaupt keine Story bietet. Gut, dass eine Zombieapokalypse ausgebrochen ist und die Menschen nun zusehen müssen, wie sie in dieser bedrohlichen Welt überleben können, mag der ein oder andere als Story sehen, wird aber im Spiel nur spärlich transferiert. Was mir zudem negativ aufgefallen ist, ist die miserable KI der Überlebenden in der eigenen Gemeinschaft. So kann es z.B. durchaus vorkommen, dass der NPC den Weg um ein Fahrzeug nicht findet und nicht zur Basis zurück kann. Chuck Norris würde diesem Charakter an dieser Stelle einen Roundhouse-Kick verpassen und ihn ins Jenseits befördern, aber ich entschied mich immer für den sozialen Weg und parkte die Fahrzeuge auf den vorgesehenen Flächen. Erste Welt Probleme! Einen weiteren Kritikpunkt sehe ich in der Maus -und Tastatursteuerung im Vergleich zum Gamepad. Falls ihr ein Gamepad haben solltet, dann zögert keine Sekunde dieses anzuschließen und zu benutzen, denn zum Testzeitpunkt war noch keine freie Tastaturbelegung möglich und drückte den Spielspaß in den Keller. Ich habe ein Xbox-Gamepad für die gesamten Spielzeit benutzt und hatte durchweg keine Probleme.

Fazit

Sind die knapp 19€ (aktueller Stand) nun in dieses Spiel gut angelegt oder nicht? Ich spreche hier ganz klar für ein „Ja“ und finde, dass das Spiel für das schmale Budget adäquaten Spielspaß bietet. Der stimmige Mix aus Open World und einem Hauch von RPG machen State of Decay zu einem echten Geheimtipp! Auch wenn die wiederkehrenden Zufallsaufgaben langsam auf den Zeiger gehen, der eigentlich cool ausgedachte Basisbau nach gefühlten 8 Stunden deutlich nachlässt, die Grafik keine Wunder bietet und es ein paar Macken bei der KI gibt, hat State of Decay trotz allem eine Menge Spaß gemacht. Für das Erstlingswerk von Undead Labs kann ich nur den Hut ziehen. Chapeau!

Wertung: 81 / 100 Punkten

PRO & CONTRA

  • aktiv trainierbare Skills
  • dynamische Spielwelt
  • Tag -und Nachtwechsel
  • keine nervigen Ladezeiten
  • motivierde Stützpunktpflege
  • aussetzende KI
  • matschige Texturen
  • wiederkehrende Zufallsaufgaben
  • lückenhafte (fehlende) Lokalisierung
  • dünne Story
  • (zum Testzeitpunkt) keine freie Tastaturbelegung

Metro-Last-Light

Ein würdiger Nachfolger mit kleinen Macken

Beklemmend, teilweise erdrückende Angst und tolle Story-Erzählung

In Metro Last Light schlüpfen wir erneut in die Rolle von Artjom, wie auch im ersten Teil. Metro Last Light setzt die Handlung ein Jahr nach Metro 2033 an, wo wir mit Artjom die folgenschwere Entscheidung getroffen haben, den so genannten „Dunklen“ (engl. dark ones), mit einer Atombombe den Lebensraum zu vernichten. Metro typisch ist vor allem die englische Synchronisation erneut hervorragend gelungen und die Story erzählt sich wie ein gutes, teilweise interaktives Hörbuch.

Was hat mir an Metro Last Light besonders gefallen?

Eins muss man Metro Last Light, sowie dem alten Teil auch, lassen: Story in einer einzigartigen Atmosphäre erzählen beherrschen Jungs von 4A Games so gut, wie andere ein Glas Wasser trinken. Auch die Schauplätze strotzen nur so von Details, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Fast jeder NPC hat eine eigene Geschichte zu erzählen oder führt einen spannenden oder dramatischen Dialog. Woran erkennt man aber jetzt eine wirklich gute Story? Daran, dass das Spiel den Spieler immer mitnimmt und in ein neues Kapitel nahtlos überführt. Daran, dass der rote Faden selten bzw. fast nie verlassen wird. Genau das macht Metro Last Light spitze!

Der zweite positive Punkt für mich ist die teils bedrückende Atmosphäre, die grafisch an manchen Stellen so gut rüberkommt. Dieses „Mittendrin-Gefühl“ breitet sich aus und bei einem Schrei eines Telepathen in einem Kanalisationslevel kann es schonmal passieren, dass einem kurz das Herz unter die Gürtellinie rutscht.

Der dritte positive Punkt ist die Soundkulisse und dazu gehört für mich auch die Vertonung. Sobald die Kopfhörer auf Surround geschaltet werden, entfaltet Metro Last Light klangtechnisch seine wahre Offenbarung. Die Waffen klingen satt und die Monster lassen einem kalten Schauder den Rücken runter laufen.

Der letzte Punkt betrifft das Thema, wie die einzelnen Levels gemeistert werden können. Wir haben praktisch fast immer die Wahl uns durchzuschießen oder mit geschickten Schleicheinlagen die Gegner auszuhebeln. Ich finde das wirklich gut gelöst, da ich mich als Spieler frei entscheiden kann und es somit nicht zur Ballerorgie ausartet. Mit dieser Option werden die Schleichfetischisten, sowie Granatenfans gleichermaßen befriedigt.

Was hat mir an Metro Last Light weniger gefallen?

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Leider wahr! Metro macht wirklich vieles richtig, schwächelt aber an manchen Stellen – zwei Punkte sind mir besonders aufgefallen. Zum einen wären da die Interaktionsmöglichkeiten. Wir bekommen teilweise sehr lange Zwischensequenzen eingespielt, wo wir zwar sehr viel zu sehen bekommen, aber interagieren, zum Beispiel in Form von Auswahloptionen wie in The Walking Dead, können wir zu keinem Zeitpunkt. Schade.

Der zweite Kritikpunkt ist die teilweise auffallend dämliche KI. Ich habe das Spiel direkt zu Beginn im Hardcore-Modus gespielt, weil ich wirklich die Herausforderung haben wollte, aber schon hier fiel mir auf, dass mein Anspruch nicht erfüllt werden kann. Ein Beispiel: Ich nähere mich in einem U-Bahn Tunnel mindestens 6 schwer bewaffneten Gegnern und schalte einen mit einem Wurfmesser aus. Die Leiche wird entdeckt und meine Widersacher alarmieren sich gegenseitig. Statt taktisch die Gegend abzusuchen, rennen sie mir schön entgegen und ich schicke einen nach dem anderen in den Jordan. Zugegeben, Komplettausfälle der KI gibt es im Spiel durchweg nicht, aber das hätte man bestimmt besser lösen können.

Fazit

Was haben wir also von Metro Last Light? Ein sehr spannendes und mitreißendes Spiel mit toller Atmosphäre und vielen Details. Die kleinen Schwächen trüben den Spielspaß keineswegs und man fühlt sich sofort wieder in Metro 2033 zurück versetzt. Ein Muss für alle Spieler der ersten Reihe, sowie Neulingen, die sich mit der Story ernsthaft auseinandersetzen wollen.

Wertung: 85 / 100 Punkten

 

PRO & CONTRA

  • gute Story
  • atemberaubende Atmosphäre
  • mitreißende Soundkulisse
  • sehr gute englische Synchronisierung
  • glaubwürdige Charaktere
  • kaum Interaktionsmöglichkeiten
  • schwache KI der Gegner